Michael Böhmer zeigt Ausstellung zur Postgeschichte Bulderns in der Volksbank
In der Ausstellung zur Postgeschichte von Buldern sind unter anderem ein Schnellpostkutschen-Ticket des Herrn von Romberg (1.), ein Brief aus dem Jahre 1835 und Bilder der Volksspiele von 1922 zu sehen.
Platz 2 und 3 sind für den Herrn von Romberg und Begleitung reserviert. 245 Silbergroschen kostet Mitte des 19. Jahrhunderts die Fahrt in der Schnellpostkutsche von Buldern nach Düsseldorf, zehn Groschen pro Person pro Meile. Ausführlich stehen die Beförderungsbedingungen auf dem Billet: Das Ticket gilt nur für den ausgestellten Tag, die angegebenen Personen und die Gepäckordnung sind aufgeführt und was während der Fahrt zu beachten ist. „Es hat sich nichts geändert", sagt Michael Böhmer schmunzelnd mit Blick auf die heutigen Richtlinien der Bahn.
Das Rombergsche Billet ist ab morgen, 26. Februar, in der Volksbank Buldern zu sehen, im Rahmen einer Ausstellung von Böhmer zur Postgeschichte von Buldern. Ausführlich beleuchtet er dabei die Entwicklung, zahlreiche Exponate wie Umschläge mit alten Stempeln sind zu sehen. Ergänzt wird die Schau durch Karten der Postwege oder Briefmarken sowie Postkarten.
Über Briefmarken, die er seit fast 30 Jahren sammelt, sei er auf die Postgeschichte, zunächst zu der von Dülmen, gekommen, berichtet der Dülmener. „Dabei sind so viele Belege zusammengekommen, dass ich gedacht habe, das reicht für eine eigenen Ausstellung über Buldern", berichtet er. Die Ortsgemeinschaft Buldern, die die Ausstellung in der Volksbank organisiert hat, habe ihn nach seiner Schau zur Dülmener Postgeschichte im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Briefmarkenfreunde Dulmania angesprochen, erläutert Böhmer, und ihm angeboten, in Buldern auszustellen. Ein Angebot, das er gerne annahm.
Bulderns Postgeschichte sei eng verzahnt mit der von Dülmen und Münster, erläutert Böhmer. Daher finden sich auch einige Dülmener Dokumente in der Ausstellung - darunter auch der älteste Objekt der Schau, ein dekorativer Schnörkelbrief aus dem Jahr 1629. Eingeteilt hat der Dülmener seine Ausstellung in mehrere Kapitel und einige Schwerpunkte innerhalb der Ausstellung. So zum Beispiel die Heimatlichen Volksspiele, die 1922 in Buldern stattfanden. Zwei Sonderstempel wurden zu diesem Anlass herausgegeben. Böhmer zeigt in seiner Schau neben den Stempeln auch Bilder der Volksspiele, bei denen sich die Teilnehmer zum Beispiel als Römer verkleideten, und eine Original-Eintrittskarte.
Anhand von Briefmarken zeigt die Ausstellung anschaulich die Auswirkungen der Inflation: Kostete die Briefmarke 1920 noch fünf Pfennig, war es im November 1923 eine Milliarde Mark. Auch die Entwicklung der Postleitzahlen von Buldern verdeutlicht die Schau. So hatte der Ort von 1968 bis 1975 die Postleitzahl 4409, es gab die Stempel „Buldern 1" (Buldern) und „Buldern 2" (Hiddingsel). Aktuell wird Post in Buldern mit dem Stempel .Dülmen 1" versehen.
Heute Abend findet die Eröffnung der Ausstellung zur Postgeschichte von Buldern mit geladenen Gästen statt. Für die breite Öffentlichkeit ist die Schau vom 26. Februar bis 10. März während der Öffnungszeiten in der Volksbank Buldern zu sehen.