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09.01.2017 | Dülmener Zeitung / Markus Michalak Übersicht | Drucken

"Ohne Ehrenamt geht es nicht"

Da hat Bürgermeisterin Lisa Stremlau schon ein wenig gestaunt, als sie in der Silvesterausgabe der Dülmener Zeitung* las, Buldern bereite den Bulderexit vor und wolle sich samt eigenem Bürgermeister von Dülmen unabhängig machen. "Ich hoffe, das war nicht ganz ernst gemeint, denn ich komme viel zu gern als Bürgermeisterin nach Buldern."

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Auch die Bulderner Sternsinger waren der Einladung zum Neujahrsempfang gern gefolgt. Foto: Michalak

Ganz im Ernst unterstrich Dülmens erste Bürgerin das gute partnerschaftliche Verhältnis zwischen Stadt und Ortsteil. Und sie stimmte Bulderns Ortsvorsteher Hans Twiehoff in einem neidvoll zu: "Es stimmt. Mit den Kosten, mit denen das hier in Buldern geklappt hat, bekommen wir in Dülmen Mitte eine Skaterbahn nicht realisiert. Das ist eben Buldern. Und das kann man auch nicht so einfach kopieren."

Eingeladen zum Neujahrsempfang in die Dorfschmiede hatte die Ortsgemeinschaft, deren Vorsitzender, Bernhard Lammers, sich in seiner Begrüßung erfreut über die zahlreichen Gäste zeigte. Er hatte die Bürgermeisterin gebeten, einmal das Ehrenamt in ihrem Festvortrag zu würdigen. Und gab selbst, mit dem Weihnachtsmarkt und den 45 neuen Sternen, aber auch mit der großen Bereitschaft der Bulderaner, die Flüchtlinge willkommen zu heißen, nur zwei von zahlreichen Beispielen für das ehrenamtliche Engagement. "Wer vor Krieg zu uns flüchtet, der ist auch willkommen bei uns und soll sich wohlfühlen. Es darf kein Hass aufkommen zwischen den Menschen." Auch einige Syrer, die aus ihrer Heimat geflohen waren, nahmen gern am Bulderner Neujahrsempfang teil.

Stremlau wusste, dass sie die komplette Liste des ehrenamtlichen Engagements in Buldern kaum zusammenkriegen würde. Sie erinnerte daran, wie hilfsbereit die Menschen im Ortsteil waren, als Flüchtlinge 2015 in der Dreifachturnhalle untergebracht werden mussten.

Statt sich über den Wegfall der Turnhalle zu beschweren, packten alle sogleich tatkräftig mit an. "Ohne dieses Engagement geht es nicht, und auch heute sage ich allen Helfern erneut danke dafür und bitte Sie zugleich, in Ihrem Engagement nicht nachzulassen." Sie freue sich, dass auch einige Flüchtlinge zu Gast in der Dorfschmiede waren, unterstrich aber dabei: "Wer zu uns kommt, der muss auch das Grundgesetz, unsere Werte und Regeln anerkennen. Ich bin sicher, das sehen Sie genau so."

Als eine Anlaufstelle für alle Ehrenamtlichen nannte Stremlau die neue Koordinatorin Hildegard Streyl im Rathaus. "Wann immer Sie eine Frage haben, oder Unterstützung brauchen, wenden Sie sich an die Stadt, denn Sie haben unsere Unterstützung wirklich verdient."

Musikalisch begleitete der Spielmannszug Buldern mit den neu angeschafften Böhmflöten den Neujahrsempfang.

Erst jetzt kann die Bürgermeisterin verstehen, warum sich ihre Sekretärin immer so merkwürdig verhalten hatte, wenn sie darum bat, doch endlich den Bulderner Fotokalender von Hans Klöpper, den sie seit Jahren im Rathaus aufhängt, zu besorgen. In diesem Jahr bekam sie ihn nämlich von der Ortsgemeinschaft geschenkt.


*Für diejenigen, die die Silvesterausgabe nicht gelesen haben, ist der entsprechende Artikel hier zu finden.